No corona-no cry

mit Anne Müller

 Die (un)üblichen Verdächtigen no corona, no cry  

„Seit Monaten warte ich auf das Wort. Auf Euer Wort: Faschismus. Jetzt habt Ihr es ausgesprochen und nun weiß ich - ich irre mich nicht. Mein Herz, mein Bauch haben es gleich gewußt. Und nun schreit alles in mir: Liebe, Friede, Freiheit! Aber der Sturm ist laut."                                                                                                                                      

Bisher waren Theater sichere Orte – doch mit "no corona - no cry" zieht der Wanderzirkus der Corona-Leugner*innen in das kleine Theater an der Gertrudenstrasse ein. Anlässlich der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und gegen alles, was schon immer falsch gelaufen sei, skizziert das Stück die Genese der neuen Bewegung. Ausgehend von dokumentarischem Material bekommen Querdenker*innen, QAnons und Reichsbürger das Wort und konfrontieren uns mit ihren "Wahrheiten". Voller Eifer, missionarisch und mitunter bestechend breiten sie ihre Verschwörungsmythen aus, von denen gar nicht wenige vertraut klingen und über tiefe Anker in unserem kollektiven Bewußtsein verfügen. Wie gehen wir damit um? Oder liegen am Ende wir falsch und erst einige wenige sind aufgewacht, um notwendigen Widerstand zu leisten? Zwingt uns spätestens eine drohende Wirtschaftskrise, die Welt mit anderen Augen zu sehen?                                                                                                                                               

Leidenschaftlich und ohne (inhaltlichen) Abstand konfrontiert Anne K.Müller ihr Publikum und kann verblüffend überzeugend werden. Sie läßt unter der in Sachen politisches Theater äußerst erfahrenen Regie von Janosch Roloff einen (Un)Geist aus der Flasche. Ob die beiden ihn wieder hineinbekommen, wissen wir nicht. Aber vielleicht wird erkennbarer, an welchen Bruchlinien und Verwerfungen die Auseinandersetzung unserer Tage wirklich verlaufen?                                                                                                    

Mit: Anne K. Müller   Inszenierung: Janosch Roloff                                                                                                                                               Eine Koproduktion des Theaters Klüngelpütz mit dem nö theater
 

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